• lis7640

Wege aus dem Lockdown-Blues

Aktualisiert: 26. Nov. 2021



Jetzt ist es doch wieder soweit gekommen, dass uns ein neuerlicher Lockdown fest im Griff hat und unser Leben, wie wir es kennen, durcheinander rüttelt.


Anfangs, als bekannt wurde, dass wir erneut in einen Lockdown gehen, ging es mir wahrscheinlich wie den meisten von Euch:

Es kamen viele negative Gefühle hoch, wie Frust über diese neuerliche ‚Vollbremsung‘ und Ärger über unsere Politik, die es versäumt hat, rechtzeitig Maßnahmen zu setzen um dies zu verhindern.

Ich spürte eine unglaubliche Hilflosigkeit, fühlte mich dieser Situation völlig ausgeliefert, obwohl ich mich im Großen und Ganzen doch an die Maßnahmen gehalten habe.

Ich war fassungslos, da wir – wie ich es sehe - mit der Impfung über eine Lösung verfügen, um als Gesellschaft aus dieser Krise relativ schnell und mit bedeutend weniger Verlusten heraus zukommen, diese Meinung aber von vielen nicht geteilt wird.



Als ich dann näher hinspürte in mein Gefühls-Wirrwarr haben sich auch Ängste gezeigt:

- Wie lange können wir es uns als Gesellschaft die Lockdowns noch leisten?

- Es gibt auch finanzielle Ängste, da ic


h durch die Einschränkungen natürlich auch einen Teil meines Einkommens verliere.

- Wohin entwickeln wir uns als Gesellschaft? – die rechten Elemente, die viele Corona Demos anführen und nun auch vor einigen meiner Yoga- und Shiatsu-Kollegen hermarschieren, von denen ich sicher weiß, dass sie mit dieser politischen Strömung so gar nichts zu tun haben, machen mir wirklich Angst!

- Die eigentlich drängende Bedrohung unserer Zeit – der Klimawandel – rückt wieder Mal völlig aus unserem Fokus, solange und Corona fest im Griff hat, und wir verlieren wertvolle Zeit, gegenzusteuern.


Das Gebet des heiligen Franz von Assisi kam mir wieder Mal in den Sinn:

- Gott gebe mir die Gelassenheit, die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann

- Er gebe mir den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und

- Er gebe mir die Weisheit, die einen von den anderen zu unterscheiden.



Und der Lockdown bzw. die mangelnde Impfbereitschaft in unserer Gesellschaft gehört nun mal zu den Dingen, auf die ich nur sehr wenig Einfluss habe, und die ich daher nur gelassen akzeptieren kann.


Dann habe ich mir überlegt, wie ich mit der Situation konstruktiv umgehen kann und was ich Positives für mich selbst tun kann in dieser erzwungenen Pause, das ich in meinem ‚normalen‘ Alltag nicht tun kann. Und dazu sind mir auf Anhieb einige Punkte eingefallen, z.B:



- Ich kann wieder mit 08 : 16 Ernährung beginnen (8 Stunden essen, 16 Stunden fasten), weil ich weiß, dass es mir gut tut, dies mit meinem Unterrichts-Alltag aber nur schwer vereinbar ist,

- Ich habe mehr Zeit für (Online)-Fortbildungen,

- Ich habe mehr Zeit für meine eigene Praxis, mehr Zeit zum Meditieren

- Ich habe mehr Zeit für meine Hunde, zum Wandern,

- Ich komme endlich dazu, die Bücher zu lesen, die schon monatelang auf meinem Schreibtisch liegen, Filme anzusehen, die ich schon lange sehen wollte…



Was mich aber wirklich aus meinem Lockdown-Blues herausholt, ist eine Erkenntnis, die ich mir immer wieder vor Augen führe: ICH FÜHRE IM VERGLEICH ZU EINEM GROSSTEIL DER MENSCHHEIT EIN SEHR PRIVILEGIERTES LEBEN, FÜR DAS ICH SEHR DANKBAR SEIN DARF!

MEIN LEBEN IST WIRKLICH REICH GESEGNET:


- Ich sitze in einem Haus, das groß genug ist, dass jeder genug Platz für seine eigenen Bedürfnisse hat

- Ich sitze nicht alleine in diesem Haus, sondern mit meinem Mann – einem Menschen, der mir unglaublich viel bedeutet,


mit dem ich immer noch lachen kann – sogar über Lockdowns ;-)

- Ich habe das Glück, liebe Freund:INNEN zu haben, mit denen ich mich unter Einhaltung von vernünftigen Sicherheitsmaßnahmen immer noch treffen kann

- Ich habe so viele Interessen, dass mir sicher nie langweilig wird

- Ich habe einen gesunden Körper, der mir erlaubt, körperlich aktiv zu sein

- Abgesehen davon, dass unser Haus geheizt ist, wir genug zu essen haben, Kleidung um uns warm zu halten, ein weiches Bett um uns auszuruhen etc. – alleine dadurch gehören wir zu den Privilegierten auf dieser Erde!


Ich habe mir mit meinem Mann ausgemacht, dass wir uns immer, wenn wir doch wieder in den Jammer-Modus zurückfallen und uns über die Lockdown-Situation beklagen oder über die Tatenlosigkeit unserer Politiker, oder… uns gegenseitig mit einem Nachsatz darauf hinweisen: UND - MEIN LEBEN IST REICH GESEGNET!



Das hört sich dann so an – Abends bei ZIB 2 (auch dafür habe ich nun des öfteren Zeit ;-))

Ich: ‚Das gibt es doch nicht – was muss noch alles passieren, bevor die endlich reagieren?‘

Mein Mann: ‚UND – unser Leben ist reich gesegnet!‘

Meist müssen wir dann beide lachen.


Mir hilft es auf alle Fälle!



In diesem Sinne wünsche ich Euch allen, dass Ihr das Beste aus der Situation herausholt und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen!


Alles Liebe Lis


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